Montag, 4. Mai 2015

Kartoffelgratin mit Thymianbrösel

Heute zeige ich euch mal zur Abwechslung was Pikantes. Ich mag ja Kartoffeln ganz gerne, aber dass mich ein Kartoffelgratin überzeugt, dazu braucht es schon was. Meistens finde ich es ein wenig fad. Entweder sind die Kartoffeln zu wenig gewürzt oder die Bechamel dran schmeckt mir nicht richtig. In vielen Rezepten wird sie mir einfach zu klumpig und ich muss dann wieder nachgießen. In einigen Rezepturen wird auch gerne mit Ei gebunden - das mag ich gar nicht, wenn dann so eierspeisartige "Flankerl" an den Kartoffeln kleben.  Außerdem dauert es ja immer eine kleine Ewigkeit bis es fertig ist. 
Heute habe ich wieder einen Versuch gewagt... diesesmal habe ich mich wie im Himmel gefühlt und ein wenig schwebe ich noch immer. Das Rezept habe ich zwar ein wenig abgewandelt, aber es hat mich restlos überzeugt. Mit dem Vorkochen der Kartoffeln geht es zwar wesentlich schneller, als viele andere Varianen, die ich probiert habe, aber ein wenig Zeit nimmt es schon noch in Anspruch. 

Am längesten dauert eigentlich das Kochen der Kartoffeln. Ich habe gut 1kg Kartoffeln 20 Minuten in Salzwasser gekocht. Danach habe ich sie etwas abkühlen lassen und geschält. Die Kartoffeln habe ich dann halbiert oder geviertelt. 
Anschließend gings schon an die Bechamel. Dazu habe ich eine Zwiebel klein geschnitten und in 30g aufgeschäumter Butter angedünstet und ein Lorbeerblatt hinzugefügt. Dann habe ich 45g Dinkelmehl darübergestreut und fleißig mit dem Schneebesen gerührt. Danach wurde mit 500 ml kalter Gemüsebrühe (ich hab einfach kaltes Wasser genommen und danach das Brühepulver hinzugefügt) und mit 100 ml Schlagobers aufgegossen. Das Ganze dann ein wenig köcheln lassen und noch 150g Sauerrahm dazugeben. 
In der Zwischenzeit habe ich eine Zitrone behandelt - also die Schale abgerieben und den Saft von einer Hälfte ausgepresst. Nach 8 Minuten Kochzeit habe ich die Zitronenschale, etwas Zitronensaft, Salz und Muskatnuss dazugegeben. Beim ersten Probieren hatte ich einen wunderbaren Geschmack auf der Zunge. Nicht wie eine übliche Bechamel - die schmeckt ja immer ein wenig mehlig. Diese Bechamel schmeckt nicht nach Mehl sondern cremig, frisch und ein wenig säuerlich. Obwohl ich 45g Dinkelmehl genommen habe, blieb die Bechamel schön cremig flüßig. Im Originalrezept waren 15g Weizenmehl angegeben. Ich habe mehr genommen, weil ja Dinkelmehl nicht so gute Klebereigenschaften hat.
Die fertige Bechamel habe ich über die Kartoffeln gegeben. Danach wanderte das ganze bei 200 Grad in das Backrohr. In der Zwischenzeit habe ich 3EL Öl heiß gemacht, 6 EL Semmelbrösel mit den Blättern von 2 größeren Zweigen Thymian vermischt und zum Öl gegeben und kurz mitgeröstet. 
Nachdem die Kartoffeln ca. 8 Minuten im Rohr waren habe ich die Brösel darübergeben und das Kartoffelgratin war servierbereit. 
Ganz kalorienarm ist das Gericht auch nicht, wenn man die Zutatenliste so durchgeht. Aber immerhin reicht es ja für 6 Personen. 



Quelle des ursprünglichen Rezepts: Meine gute Landküche: Kartoffeln in Bèchamel mit Thymianbröseln. S. 90 f.  März/April 2015

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